Two of my submitted works are selected for the extended longlist of Jackson's art prize.
I'm glad and thankful :)
Wir blicken zurück auf die Zeit der Lockdowns und der STILLE. Wie sehr wünschte ich mir, dass das alles endlich vorbei ist, aber trotzdem musste man es einfach akzeptieren. Ich sitze auf meinem Sofa, es ist 18:00 abends und es ist still. Nichts, absolut nichts ist zu hören. Kein Auto, das draußen vorbeifährt, kein Mensch, der irgendwas sagt, rein Garnichts. Der fünfte Lockdown hat gerade begonnen. Wie gerne würde ich wieder mal auf ein Konzert gehen oder in den Prater. Ich kanns mir gar nicht mehr vorstellen, wie das ist. Menschenmenge, ich brauche Menschenmenge, ich will nicht mehr allein sein. Es macht mich fertig diese ganze Situation. Es ist alles so ruhig, doch innerlich bebe ich und fühle mich langsam nicht mehr wohl. Ich will endlich raus! Ich sitze in der Mitte meines Sofas, ich stelle es mir vor wie das ist. Am Rummel zu sein oder inmitten von Menschen einfach. Der Lärm einer Party oder des Autodroms am Prater. Andere Menschen werden wegen Corona das nie wieder erleben können. Ich sitze wenigstens noch hier. Diese Pandemie hat die Welt überrannt. Aber ich sitze noch hier auf meinem Sofa und ich mache es. Wir werden auch das Überstehen, zumindest sagen sie das immer. Ich schließe meine Augen und gehe in mich. Ich stelle es mir vor wie das ist, wieder unter Menschen zu sein. Ich erinnere mich zurück an mein erstes Mal Donauinselfest. An mein zweites Mal Donauinsel und das eine Mal Nova Rock, wo ich war und an das Fortgehen so generell. Ich gehe durch den Urfahraner Markt in Linz und durch den Prater. Es riecht nach kandierten Nüssen und ein bisschen nach Zuckerwatte. Weiter vorne kommt Langos und Knabberwurst, dann plötzlich ein Knall in meinen Ohren vom Schießstand herüber. Ich stelle mir die Fahrgeschäfte, vor die ich so mag. Die Klassiker wie das Break Dance oder das Tagada. Plötzlich steh ich an der Kasse, um mir ein Ticket zu kaufen. Danach gehe ich zur Gondel, setz mich rein und schließe den Bügel. Ich warte, warte, bis es los geht und öffne wieder meine Augen. Es ist wahr nicht real, doch nur ein Tagtraum, ein Konstrukt meiner Gedanken und nichts Konkretes. Ich sitze doch nur auf meinem Sofa und das fährt nicht los. Ich war kurz abgeschweift aus der Stille hinein in meine normale Normalität. Wo ist dieser Traum ich will ihn wieder haben. Doch das Karussell fährt nicht.
Das Karussell, das nicht fährt, ist Ausstellungsgegenstand. Nichts Konkretes, denn es war nur ein Traum. Es war kein echtes Karussell nur ein irgendwas davon. Ich war nicht dort.
Es geht um eine Installation aus Malerei und Lichtinstallation mit Ton. Es gibt auch Personal, also Ich. die das Karussell betreuen und gleichzeitig Zuckerwatte an die Besucher verteilen.
Titel der Arbeit ist STILL LEBEN. Also Leben im Stillen. Das Karussell ist still, weil ich auch still bin, jetzt in dieser Zeit. Weil alles still ist. Das Licht leuchtet, die Musik möchte spielen, wird aber immer wieder abgewürgt eben von Stille. Die Radscheibe des Karussells möchte sich drehen, aber es geht nicht.